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Bayern: 39.955 Jugendliche beginnen Ausbildung in IHK-Berufen

BIHK-Präsident Inselkammer: „Großer Tag für Betriebe und ihre neuen Auszubildenden“

Fast 40.000 Jugendliche im Freistaat beginnen Anfang September eine Ausbildung in Industrie, Handel und im Dienstleistungsbereich, teilt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) mit. Nach der vorläufigen Statistik entspricht dies einem Minus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Am Tag des Ausbildungsbeginns steht an erster Stelle die Freude über die große Zahl an jungen Talenten, die sich für eine Ausbildung als ersten Schritt in ihre berufliche Zukunft entschieden haben. Es ist ein Tag voller Zuversicht und Optimismus. Allen Azubis, ihren Ausbilderinnen und Ausbildern in den Betrieben sowie den Lehrkräften an den Berufsschulen wünsche ich einen erfolgreichen Start in das neue Ausbildungsjahr“, erklärt BIHK-Präsident Peter Inselkammer. 

„Wir müssen aber auch feststellen, dass sich die schwierige Lage am Ausbildungsmarkt weiter verschärft. Aus Sicht der Betriebe, in denen noch Ausbildungsplätze frei sind, sind oftmals fehlendes Interesse sowie die Ausbildungsreife der Bewerber der Engpass. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Dauerkrise am Ausbildungsmarkt angekommen und verunsichert Betriebe und Bewerber, vor allem in der Industrie. Andere Ausbildungsbereiche verzeichnen dagegen Zuläufe, darunter schulische Ausbildungen im öffentlichen Sektor, im Gesundheits- und Pflegebereich, aber auch das Handwerk“, so Inselkammer. 

Der BIHK betont, dass im bundesweiten Vergleich laut nationalem Bildungsbericht 2026 junge Menschen in Bayern nach wie vor die besten Chancen auf eine duale Ausbildung sowie breitere Wahlmöglichkeiten haben. Außerdem werde in den nächsten Wochen noch viel Bewegung am Ausbildungsmarkt sein, zumal Ausbildungsverträge immer häufiger auch noch im September und Oktober abgeschlossen werden. Eine aussagekräftige Bilanz kann daher erst zum Jahresende gezogen werden. 

Jeder zweite Ausbildungsbetrieb gibt in einer Umfrage der IHK-Organisation an, dass Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Der überwiegende Grund dafür ist, dass die Betriebe keine geeigneten oder gar keine Bewerbungen bekommen haben. Fehlende Voraussetzungen bei den Bewerbern beklagen 94 Prozent der Unternehmen: Deutliche Defizite sehen sie bei Soft Skills wie Belastbarkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft und Engagement. Einen überwiegend guten Eindruck vermitteln hingegen die Englischkenntnisse, Teamfähigkeit sowie IT- und Medienkompetenz der Bewerber. 

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Freistaat sind Verkäufer, Einzelhandelskaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Fachinformatiker und Industriekaufleute. Es gibt mehr als 200 verschiedene IHK-Berufe, in denen Jugendliche eine Ausbildung absolvieren können. 

Bewerber, die noch auf der Suche sind, haben nach wie vor gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Laut aktueller Statistik der Arbeitsagentur zu Ende August sind noch 25.593 Lehrstellen in Bayern unbesetzt. Diesem Angebot stehen 10.369 unversorgte Ausbildungsbewerber gegenüber. Es kommen somit rein rechnerisch im Freistaat auf jeden unversorgten Bewerber mehr als zwei unbesetzte Lehrstellen. Die Angaben der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, zu denen neben den IHK-Sparten Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, die freien Berufe und der öffentliche Dienst gehören.

Insgesamt bilden in Bayern rund 26.000 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen ‎für mehr als die Hälfte aller Ausbildungsverhältnisse in der dualen Berufsausbildung.

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