BIHK-Digitalisierungsumfrage 2026
Stand der Digitalisierung in bayerischen Unternehmen: Digitalisierung tritt auf der Stelle
Die IHK-Organisation befragt jährlich Unternehmen zum Stand der eigenen Digitalisierung. Die Ergebnisse von 2025 aus Bayern finden Sie hier. Dabei zeigt sich: Die Unternehmen sehen sich digital unverändert aufgestellt zum Vorjahr. Es bleibt weiter viel Luft nach oben. Es gibt eine Reihe von Herausforderungen, die es zu lösen gilt, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Hier sind Unternehmen wie Politik gefragt.
Die wichtigsten Ergebnisse der Digitalisierungsumfrage
- Die Digitalisierung in Bayerns Unternehmen stagniert: mit der durchschnittlichen Schulnote von 2,7 bewerten sie ihren Digitalisierungsgrad leicht besser als zum Vorjahr (2024: 2,8). Seit 2020 wurde insgesamt nur eine Verbesserung von 0,2 in der Selbsteinschätzung der Unternehmen erreicht. Ende 2025 sehen sich damit 42% der Unternehmen als mindestens gut digital aufgestellt an - während 58% noch digitalen Aufholbedarf aufweisen.
- Treiber der Digitalisierung: Hauptmotive sind Kostenersparnis (66 %), Qualitätsverbesserung (65 %) und Flexibilisierung des Arbeitens (60%). Der Fokus auf Effizienzsteigerung deutet auf Reaktionen auf derzeitige wirtschaftliche Herausforderungen hin.
- Größte Hürden: Komplexität (62%), Zeit (61%) und Kosten (37%) bremsen die Digitalisierung. Große Unternehmen kämpfen zusätzlich mit interner Akzeptanz (48 % vs. 32 % bei kleinen Betrieben).
- Digitale Infrastruktur: Die Verfügbarkeit von schnellem Internet sinkt auf 72%. Ein Viertel der Unternehmen hat weiterhin Breitbandprobleme, und nur 36 % verfügen über Gigabit-Anschlüsse – ein klarer Engpass für digitale Transformation.
- KI-Nutzung bleibt konstant, aber Potenziale bleiben ungenutzt: 73% der Unternehmen setzen KI ein, vor allem für Inhaltserzeugung (76%), Kundenansprache (45%) und Qualitätssicherung (41%). Dennoch sehen nur 37% einen hohen Produktivitätseffekt, was Handlungsbedarf für strategische Nutzung zeigt.
- Datennutzung bleibt schwierig: Größte Hürden sind rechtliche Unsicherheiten (55%), technische Hemmnisse (55%), fehlendes Know-how (37%) und mangelnde Datenqualität (34%). Zusätzlich fehlt vielen Unternehmen die Awareness, welche Daten überhaupt existieren. Mehr als die Hälfte (61%) teilt keine Daten über gesetzliche Pflichten hinaus.
- IT-Sicherheit und Cyberangriffe: Fast jeder fünfte Betrieb war 2025 von einem erheblichen Cyberangriff betroffen. Häufigste Angriffsarten: Betrug, Ransomware und Spionage (je 29%). IT-Sicherheitsmaßnahmen wie Backups (89%) und Updates (89%) sind Standard, aber Notfallübungen (16 %) und Penetrationstests (34%) bleiben kritisch niedrig – besonders bei KMU.
- Digitale Souveränität fehlt: Unternehmen sind stark abhängig von externen Technologien. Bei Office-Software und Betriebssystemen sind rund 70 % der bayerischen Unternehmen abhängig, bei Cloud und Hardware über 50%. Nur bei Maschinen-Software erreichen Unternehmen 50% Unabhängigkeit.
- Politische Forderungen: Offene Schnittstellen und Standards (49%), Förderung von Schlüsseltechnologien (46%), Open-Source-Lösungen (43%) sowie Kompetenzvermittlung (40%). Zusätzlich: Bürokratieabbau, Investitionsförderung und eine europäische Antwort auf Plattformdominanz.
Die bayerischen Unternehmen bewerten ihren Digitalisierungsgrad mit der Schulnote 2,7 leicht verbessert im Vergleich zum Vorjahr (2,8). Insgesamt bewerten etwas mehr als vier von zehn Unternehmen ihren Digitalisierungsgrad als mindestens gut. 53 % sehen sich als durchschnittlich digital aufgestellt. Etwa 5 % der Unternehmen bewerten ihren Digitalisierungsgrad als mangelhaft oder ungenügend.
Ein höheres Maß an Digitalisierung ist in der technikaffinen Informations- und Kommunikationsbranche (IuK) festzustellen. Zudem weist die Finanzwirtschaft einen besseren Digitalisierungsgrad auf als der Gesamtschnitt.
Hauptgründe: Kostensenkung wird zum Treiber der Digitalisierung
Die wichtigsten Gründe für die Digitalisierung sind "Kosten sparen" (66 %),"Qualitätsverbesserung" (65 %) sowie "Flexibilisierung der Arbeit" (60 %). Die Ergebnisse verdeutlichen die Relevanz von Digitalisierung in Zeiten finanzieller Engpässe. Der starke Fokus auf Kostensenkung lässt vermuten, dass Unternehmen auf bestehende wirtschaftliche Herausforderungen reagieren, indem sie Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung und Automatisierung vorantreiben. Gleichzeitig bleibt die Qualitätsverbesserung relevant, um Produkte und Dienstleistungen weiterzuentwickeln und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Eine Clusterung der weiteren offenen Rückmeldungen zu dem Thema zeigt deutlich, dass die Effizienz und Prozessoptimierung mit Abstand die größten Treiber sind. Danach folgen Daten/Transparenz sowie Compliance/Regulierungsthemen. Auch Fragen rund um die Unternehmensresilienz sowie die Zukunftsfähigkeit beschäftigen bayerische Unternehmen vermehrt in diesem Jahr.
Herausforderungen für Digitalisierung:
Zeit, Komplexität und Geld
Komplexität ist mit 62 % der Nennungen die größte Herausforderung für eine erfolgreiche Digitalisierung der befragten Unternehmen, dicht gefolgt vom Faktor Zeit (61 %). Als dritte Herausforderung werden mit 37 % die hohen Kosten für Digitalisierung genannt.
Große Betriebe sehen die interne Akzeptanz deutlich häufiger als Herausforderung (48 %) im Vergleich zu kleineren Betrieben (32 %). Dies liegt vor allem an komplexeren Strukturen, längeren Entscheidungswegen und einer stärkeren Trennung zwischen Management und Mitarbeitenden, was die Einführung digitaler Prozesse erschwert. Während kleinere Betriebe eher technische und rechtliche Themen priorisieren, gehört die Akzeptanz nach innen bei großen Unternehmen zu den zentralen Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung – direkt hinter Komplexität und Zeit.
Die größten Hürden bei der Digitalisierung liegen vor allem in der Regulierung, beim Datenschutz und in bürokratischen Vorgaben – wie ein Teilnehmer betont: „DSGVO und neue Maschinenrichtlinie“ sowie „übertriebener Datenschutz“ erschweren die Umsetzung erheblich. Ebenso herausfordernd sind IT-Systeme und deren Integration, etwa die „Anpassung nachgelagerter Prozesse“ oder fehlende Schnittstellen und Interoperabilität. Dahinter folgen Kosten und mangelnde Angebotstransparenz sowie kulturelle Faktoren wie alte Gewohnheiten und fehlende digitale Kompetenzen, während die Prozesseignung und -reife als weitere zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Digitalisierung genannt wird.
Entspricht die Internetverfügbarkeit am Standort dem tatsächlichen Bedarf von Unternehmen?
Die Verfügbarkeit von schnellem Internet fällt nach dem Hoch von 2022 (79 %) weiter ab und liegt 2025 nur noch bei 72 %. Damit hat rund ein Viertel der Unternehmen spürbare Breitbandprobleme, was Folgen für die digitale Transformation in Bayern hat. Die Tendenz der letzten Jahre ist negativ: Nach einem kurzen Zwischenanstieg 2024 setzt sich der Rückgang fort. Insgesamt scheinen die Ausbau‑ und Fördermaßnahmen den steigenden Bedarf nicht einzuholen.
Bei einer näheren Betrachtung der tatsächlichen Bandbreite wird sichtbar, dass weiterhin nur 36% mit hohen Gigabitverbindungen von mindestens 1000 Mbit/sec arbeiten. Dies kann darauf hindeuten, dass der Ausbau von Gigabit-Netzen zu wenig bei Unternehmen ankommt, oder sie – wenn Gigabitzugang vorhanden ist – bislang nicht so hohen Bedarf daran zeigen. Ein weiteres Drittel der Unternehmen verfügt über Internetverbindungen unterhalb der 100-Mbit-Schwelle, was die Digitalisierung vieler Prozesse erheblich einschränkt.
Insgesamt zeigt sich, dass der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Bayern weiter intensiviert werden muss, um Unternehmen die Voraussetzungen für eine umfassende Digitalisierung und die Nutzung neuer Technologien zu ermöglichen.
Wie bewerten Unternehmen die Verwaltungsdigitalisierung?
Die Bewertung der Verwaltungsdigitalisierung hat sich minimal um 0,1 Prozentpunkte verbessert, stagniert aber weiterhin auf einem unzureichenden Niveau.
Branchenunabhängig bewerten 41% der befragten Unternehmen die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung als ungenügend oder mangelhaft.
Die unzureichende Verwaltungsdigitalisierung führt zu erheblichen Verzögerungen, erhöhtem bürokratischen Aufwand und letztlich zu einem Wettbewerbsnachteil. Dies erschwert nicht nur die Gründung neuer Unternehmen, sondern bremst auch die Agilität etablierter Firmen, die auf schnelle und unbürokratische Abläufe und Fachkräftezuwanderung angewiesen sind. Dieser Umstand ist ein Alarmsignal für die bayerische Wirtschaft, die von einer längst überfällig digitalisierten öffentlichen Verwaltung an ihre Grenze kommt.
Künstliche Intelligenz über LLM hinaus: Industrielle KI auf dem Vormarsch
Unternehmen setzen KI vor allem zur Inhaltserzeugung (76 %) ein, gefolgt von personalisierter Kundenansprache (45 %), Qualitätssicherung (41 %) und Produktentwicklung/-optimierung (37 %). In regulativ sensiblen Feldern wird KI deutlich zurückhaltender genutzt: Risikomanagement (22 %) und HR Prozesse (20 %), die je nach Ausgestaltung nach dem AI Act als Hochrisiko gelten können, sowie Logistik (17 %) und automatische Wartung (12 %). Insgesamt ist ein Fokus hin zu strategischen, wertschöpfungsnahen Anwendungsfällen mit klaren Nutzenbelegen zu erkennen. Das Muster zeigt: Unternehmen priorisieren sichere, praktikable Use Cases und agieren vorsichtig in Bereichen mit hohen Compliance Anforderungen.
Weiter sehen 37 % der Unternehmen einen hohen Einfluss von KI auf ihre Produktivität. Dieser Wert zeigt zwar eine positive Entwicklung, macht aber deutlich, dass die Potenziale von KI noch nicht vollständig ausgeschöpft werden – hier besteht klarer Handlungsbedarf, um den Anteil mit hohem Produktivitätseffekt weiter zu steigern. Gleichzeitig erkennen 86 % Chancen in der KI-Nutzung, während 14 % den Einfluss als gering einschätzen, was auf fehlende Umsetzung oder Skepsis hinweist und die Notwendigkeit einer strategischen Verankerung unterstreicht.
Herausforderungen bei der Datennutzung
Unternehmen stehen bei der Nutzung von Daten immer noch vor vielfältigen Herausforderungen. Besonders rechtliche, technische und organisatorische Hürden erschweren es vielen Betrieben, das Potenzial datengetriebener Geschäftsmodelle auszuschöpfen.
Unternehmen stehen bei der Nutzung von Daten weiterhin vor erheblichen Hürden. Besonders rechtliche Unsicherheiten (55 %) sowie technische Hemmnisse wie fehlende Standards und Infrastruktur (55 %) zählen zu den größten Herausforderungen. Hinzu kommen fehlendes Know-how zur Verwertung (37 %) und mangelnde Datenqualität (34 %), die den Aufbau datengetriebener Geschäftsmodelle zusätzlich erschweren. Trotz wachsender Initiativen wie Rechenzentren und Daten-Hubs zeigt sich, dass rechtliche, technische und organisatorische Barrieren den Bedarf bislang nicht ausreichend adressieren.
Die größten zusätzlichen Herausforderungen bei der Datennutzung liegen klar bei Datenkompetenz und Awareness: Viele Unternehmen wissen nicht, welche Daten überhaupt existieren und nutzbar sind. Dahinter folgen die Themen Erklärbarkeit und Transparenz von KI sowie Unklarheit der Fragestellung, die zeigen, dass nicht nur technische, sondern auch konzeptionelle Hürden bestehen. Einzelne Nennungen betreffen zudem Schnittstellen, kulturelle Widerstände, Papierprozesse, fehlende Open-Data-Angebote, regulatorische Vorgaben und die Qualität bzw. Aufbereitung von Daten. Insgesamt wird deutlich, dass neben Infrastruktur auch Know-how und klare Strategien entscheidend sind, um datengetriebene Ansätze erfolgreich umzusetzen.
Teilen von Unternehmensdaten mit Dritten über die gesetzlichen Pflichten hinaus
Über jedes zweite Unternehmen (61%) teilt seine Daten nicht über die gesetzlichen Pflichten hinaus mit Dritten. Diese Zurückhaltung wird wiederrum von 18% der Unternehmen als problematisch angesehen. In Anbetracht der Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Datennutzung stehen, fördern rechtliche Unsicherheiten und technische Barrieren die zögerliche Haltung womöglich. Zudem könnte mangelndes Vertrauen, die Sorge vor dem Verlust von Wettbewerbsvorteilen oder Datenmissbrauch die Isolierung von Daten stützen, anstatt potenziell wertvolle Synergien durch Datenaustausch zu schaffen.
Ohne ein funktionierendes Datenökosystem, das auf Vertrauen, klaren Regeln und effizienten Prozessen basiert, laufen kleine und mittelständische Unternehmen Gefahr, im globalen Wettbewerb weiter zurückzufallen.
Cyberangriffe
Fast jeder fünfte Betrieb in Bayern war im vergangenen Jahr von mindestens einem erheblichen Cybersicherheitsvorfall betroffen. Allerdings ist die Anzahl im Vergleich zum letzten Jahr um drei Prozentpunkte gesunken. Zudem ist hier von einer hohen Dunkelziffer von Unternehmen auszugehen, die nicht bemerkt haben, dass bei Ihnen ein erheblicher Cyberangriff stattgefunden hat bzw. aktuell im Hintergrund abläuft.
Zu den häufigsten Angriffsfällen zählen Betrugsfälle (29%), Ransomware (29%), Spionage (29%) und Datendiebstahl (27%). Doch auch Sabotage (18%) und DDoS-Angriffe (Distributed-Denial-of-Service, 12%) beeinträchtigen den Geschäftsbetrieb erheblich.
Die Vielfalt von Cyberangriffsarten legt nahe, dass Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien weiter anpassen müssen, um mit den wachsenden Bedrohungen Schritt zu halten. Daher wird es zunehmend wichtig, sich vor diesen Arten von Angriffen präventiv zu schützen und sich auf einen etwaigen Sicherheitsvorfall vorzubereiten.
Die Politik sollte diese Entwicklungen ebenfalls im Blick behalten und Unternehmen in ihrer IT-Sicherheit unterstützen.
IT-Sicherheitsmaßnahmen: Herausforderungen der Daten- und Informationssicherheit
Zu den häufigsten IT-Sicherheitsmaßnahmen gehören Backups (89%) und IT-Sicherheitsupdates (89%). Dies sind allerdings überlebensnotwendige Standardmaßnahmen, wo im Umkehrschluss jeweils 11% der Unternehmen außergewöhnlich unsicher sind.
Besorgniserregend niedrig bleiben die Zahlen für die IT-Notfallvorbereitung: Nur 41% der Unternehmen haben einen Notfallplan und nur 16% führen Notfallübungen durch.
Die Auswertung zeigt sehr deutlich: kleinere Unternehmen (bis 250 Mitarbeitende) liegen bei IT-Sicherheitsmaßnahmen weit zurück. Während große Betriebe fast flächendeckend Maßnahmen umsetzen, sind die Unterschiede bei zentralen Punkten massiv. Besonders auffällig sind Penetrationstests: Nur 23 % der kleinen Unternehmen führen diese durch, während 67 % der großen dies tun – eine Differenz von 44 Prozentpunkten. Ebenso gravierend sind die Lücken bei IT-Sicherheitsstandards (37 % vs. 78 %, Differenz: 40 Punkte) und beim Notfallplan/-handbuch (33 % vs. 71 %, Differenz: 38 Punkte).
Auch bei weiteren Maßnahmen wie regelmäßigen Tests von Sicherungskopien (35 % vs. 56 %) oder Risikoanalyse (52 % vs. 82 %) zeigt sich: Kleine Unternehmen sind deutlich schlechter abgesichert. Diese Unterschiede sind nicht nur statistisch relevant, sondern ein klares Signal für erhöhtes Risiko in KMU – hier besteht dringender Handlungsbedarf, um Sicherheitslücken zu schließen und die Resilienz gegenüber Cyberangriffen zu erhöhen.
Digitale Souveränität - Bayerische Unternehmen sind abhängig
Die Bayerischen Unternehmen sind hinsichtlich Digitaler Souveränität abhängig. Lediglich bei Maschinen Software bewerten sich die Unternehmen zu 50% weitgehend oder vollkommen unabhängig.
Die Umfrage zeigt eine deutliche Abhängigkeit bayerischer Unternehmen in zentralen Technologiefeldern: Bei Office-Software sind rund 70 % abhängig (nur 20 % unabhängig), bei Betriebssystemen sogar 71 % abhängig.
Auch bei Plattformen (58 % abhängig) und KI (60 % abhängig) dominiert die Abhängigkeit klar.
In Cloud (54 % abhängig) und Hardware (57 % abhängig) ist das Bild etwas ausgewogener, aber weiterhin mehrheitlich abhängig.
Einzige positive Ausnahme ist die Maschinen-Software: Hier sind 50 % weitgehend oder vollkommen unabhängig, allerdings geben 31 % „weiß nicht“ an – ein Indiz für geringe Transparenz über die eigene Lieferkette und Lock-ins.
In Summe bleibt die digitale Souveränität ausbaufähig; prioritäre Hebel sind offene Standards, Exit-Strategien (z. B. aus Cloud-/Plattform-Ökosystemen) und ein besseres Monitoring der eigenen Abhängigkeiten.
Maßnahmen der Politik für mehr digitale und technologische Souveränität
Fast jedes zweite Unternehmen fordert von der Politik die Unterstützung gemeinsamer offener Schnittstellen und Standards (49 %) – Interoperabilität ist damit der wichtigste Hebel für digitale Souveränität. Darauf folgen die Förderung von Schlüsseltechnologien (46 %) und die Förderung von Open‑Source‑Lösungen (43 %), also Maßnahmen, die Lock‑in reduzieren und lokale Wertschöpfung stärken. Als vierter Schwerpunkt wird mehr Kompetenzvermittlung (40 %) genannt, was die Bedeutung von Fähigkeiten und Know-how neben Technik und Standards unterstreicht. Insgesamt wird deutlich: Unternehmen wünschen sich ein politisches Rahmenwerk, das offen, interoperabel und kompetenzorientiert ist.
Informationen zur Befragung
Unternehmen konnten vom 10. November bis zum 28. November 2025 anonym an der Digitalisierungsumfrage teilnehmen. Insgesamt haben 540 Unternehmen aus Bayern ihre Stimme abgegeben. Die Umfrage wurde von Unternehmen aus allen Branchen beantwortet, wobei die Unternehmensgröße von 0-9 Mitarbeitern bis zu >1000 Mitarbeitern reicht.