Schweiz: Grenzüberschreitende Dienstleistungserbringer aufgepasst

Grenzüberschreitende Dienstleistungserbringer in der Schweiz aufgepasst:

Neue Präzisierung bei der Abgrenzung einer meldepflichtigen von einer nicht meldepflichtigen Dienstleistungserbringung in der Schweiz. Grenzüberschreitenden Dienstleistungserbringern wird dringend empfohlen, ihre Tätigkeiten in der Schweiz dahingehend zu überprüfen, ob für diese eine Meldepflicht besteht. Je nach Ergebnis müssen zum Beispiel die Arbeitsprozesse an die Vorlaufsfrist von acht Tagen, mit der eine Meldung abgegeben werden muss, angepasst werden.

Wer ist betroffen?

Selbständig erwerbstätige Dienstleistungserbringer aus den EU-27/EFTA-Staaten sowie Unternehmen mit Sitz in den EU-27/EFTA-Staaten können während 90 Arbeitstagen pro Kalenderjahr ohne ausländerrechtliche Bewilligung in der Schweiz erwerbstätig sein. Für sie besteht lediglich eine Meldepflicht (sogenanntes Meldeverfahren).

Meldepflichtig sind alle Tätigkeiten in der Schweiz, bei denen in der Schweiz eine meldepflichtige Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Damit stellt sich regelmässig die Frage, wann in der Praxis eine meldepflichtige Erwerbstätigkeit – zum Beispiel bei Aufmassarbeiten, Kundenmeetings oder Kundenakquise – vorliegt.

Was ist neu?

Diese Abgrenzung, wann eine Tätigkeit meldepflichtig bzw. nicht meldepflichtig ist, wurde nun neu präzisiert. Sie lässt anhand einiger Beispiele wie folgt darstellen:

Beispiele für nicht meldepflichtige Erwerbstätigkeiten:
Theoretische und technische Kurse (ohne Einbezug in Arbeitsprozess / produktive Tätigkeit) – zum Beipspiel konzerninternes Verkaufstraining
Repräsentative Einsätze von Kadermitgliedern
Kundenmeetings in Form von Vertragsverhandlung und Vertragsunterzeichnung
Kundenmeetings in Form von unverbindlichem Kundentreffen zur Pflege der Geschäftsbeziehung
Konzern- bzw. unternehmensinterne Meetings in Form von Strategiesitzung, Kick-off Meetings, Koordinierung von Aktivitäten oder zum Informationsaustausch
Reine Warenlieferung
Teilnahme an Konferenz oder Workshop ohne selber Präsentation zu halten

Beispiele für meldepflichtige Erwerbstätigkeiten:
Kundenmeetings in Form von Beratungsgesprächen
Kundengespräche zum weiteren Vorgehen oder zur Planung von Projekten
Abnahme von Arbeiten
Vorarbeiten vor Vertragsschluss – zum Beispiel Massarbeiten, um eine Offerte erstellen zu können (Auftrag ist noch nicht sicher)
Massarbeiten nach Vertragsschluss
Konzern- bzw. unternehmensinterne Treffen und Besprechungen zu Projekten
Kundenakquisition
Projekteinsätze
Reparatur-, Wartungs- oder Garantiearbeiten
Aufbau, Montage, Installationen und Endkontrollen
Trainings on the job
Einarbeitung und Ausbildung mit einer Integration in den Arbeitsprozess, produktionsbezogen
Praktika, Traineeaufenthalte
Redner bei Konferenz, Wissenstransfer als Trainer

Weitere Informationen und eine Kontaktadresse finden Sie auf der Homepage der Handelskammer Deutschland-Schweiz