VR China: Value Added Tax ersetzt die Geschäftssteuer

Die auf einen Teilbereich von Dienstleistungen anfallende Geschäftssteuer wird mit Wirkung zum 1.5.2016 kraft der Notice Caishui (2016) No. 36 abgeschafft. Von diesem Zeitpunkt an findet auf alle Dienstleistungen die vorsteuerabzugsfähige Value Added Tax Anwendung.

Bereits seit dem 1.8.2013 erhob China auf einzeln benannte, sogenannte moderne Dienstleistungen Value Added Tax (VAT). Diese ersetzte die bis dahin für alle Dienstleistungen geltende Geschäftssteuer (Business Tax).

Die VAT ist, anders als die bis dahin für Dienstleistungen zu erbringende Business Tax, als vorsteuerabzugsfähige Allphasensteuer ausgelegt. Ziel der VAT-Reform war, die im Rahmen der Business Tax anfallenden Kaskadeneffekte zu vermeiden. Auch wenn der Katalog der Dienstleistungen, auf die VAT anstelle der Business Tax erhoben wurde, über den Lauf der Zeit erweitert wurde, waren bis zuletzt insbesondere Baudienstleistungen, Finanzdienstleistungen sowie Immobilientransaktionen nicht vom Anwendungsbereich der VAT erfasst.

Kraft der gemeinsam seitens des chinesischen Finanzministeriums und der State Administration of Taxation herausgegebenen Notice of Overall Pilot Execution of Transforming Business Tax into Value-added Tax (Caishui [2016] No. 36) wird ab dem 1.5.2016 die Geschäftssteuer vollständig abgeschafft. Sämtliche Dienstleistungen unterliegen damit, ebenso wie Warenlieferungen, von diesem Zeitpunkt an ausschließlich der Mehrwertsteuer.

Die Steuersätze betragen:

Baudienstleistungen (inkl. Installations- und Montagedienstleistungen) 11%

Vermietung beweglicher Gegenstände 17%

Finanzdienstleistungen 6%

Unterhaltungsdienstleistungen 6%

Lifestyle-Dienstleistungen (Dienstleistungen in den Bereichen Kultur, Sport, Gesundheit,
Reisen, Unterhaltung, Catering etc.) 6%

Transportdienstleistungen 11%

Forschung und Entwicklung sowie technische Dienstleistungen (einschließlich Technologietransfer (Lizenzvergabe), technische Beratung, technisches Training und technische Prüfung) 6%

IT-Dienstleistungen 6%

Kultur und Medien (inkl. Designdienstleistungen, Übertragung von Marken- und Urheberrechten, Werbedienstleistungen und Messetätigkeiten) 6%

Zertifizierungs- und Beratungsdienstleistungen 6%

Postdienstleistungen 11%

Telekommunikationsdienstleistungen 6% bzw. 11%

Kleinunternehmer 3%

Dienstleistungen, die im nicht-chinesischen Ausland erbracht werden (Offshore-Projekte), unterliegen entweder dem Nullsteuersatz (mit der Folge, dass Vorsteuer geltend gemacht werden kann) oder sind steuerfrei gestellt (in diesem Fall ist kein Vorsteuerausgleich zulässig).

Noch sind nicht alle Umsetzungsdetails geklärt. Bis sowohl die Steuerbehörden als auch chinesische Vertragspartner die wesentlichen Fragen geklärt haben, dürfte es für ausländische Dienstleistungserbringer, die nicht in China steuerlich registriert sind, sinnvoll sein, Nettozahlung zu vereinbaren, um überraschende Steuerabzüge nach Rechnungsstellung zu vermeiden.
(Quelle: gtai)