„Der EU-Binnenmarkt zwischen Ambition und Realität“

Seit 1992 wurde im EU-Binnenmarkt Vieles erreicht, aber nach wie vor müssen Unternehmen hohe nationale Hürden überwinden, um grenzüberschreitend Dienstleistungen zu erbringen. Aufwändige Entsendeverfahren, Steuerdschungel, Zulassungsverfahren für bestimmte Berufe sind nur einige der Ärgernisse.

Deshalb organisierte das EEN-Konsortium Bayern in Zusammenarbeit mit der Bayerischen EU-Vertretung am 12. November 2015 in Brüssel eine Diskussionsveranstaltung mit Vertretern der EU-Kommission und des Europaparlaments.

Ursula Schwarzer, Geschäftsführerin der Sky-Skan Europe GmbH aus Seeshaupt, schilderte, mit welchen Hürden ihr kleines Unternehmen zu kämpfen hat, um europaweit ihre vertraglichen Verpflichtungen zum Bau und zur Wartung von Spezial-Planetarien erfüllen zu können. Sie wünschte sich vor allem abgestimmte Verfahren und eine Möglichkeit, alle Dokumente nur einmal elektronisch hinterlegen zu können, so dass die Behörden der jeweiligen Mitgliedstaaten darauf zugreifen können.

Eine Vertreterin von Eurochambres informierte über die Ergebnisse einer Umfrage bei Unternehmen aus EU-Mitgliedstaaten. Für mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen sind die Komplexität der jeweiligen staatlichen Regelungen sowie das Fehlen von leicht verständlichen Informationen das größte Hindernis für den freien Dienstleistungsverkehr. Außerdem wünschten sich die Unternehmen eine Möglichkeit, die Anmeldeprozesse europaweit einheitlich online abwickeln zu können.

Jürgen Tiedje von der EU-Kommission berichtete, dass diese an einem elektronischen Binnenmarkt-Archiv arbeitet, in dem relevante Dokumente der Unternehmen hinterlegt werden können. Geplant ist auch ein einheitliches Informationsportal. Ebenfalls soll es einen elektronischen „Dienstleistungs-Pass“ geben, der als App von den jeweiligen Mitarbeitern bei Entsendungen mitgeführt werden kann.

Die EU-Kommission wird dazu in den nächsten Monaten umfangreiche Unternehmerbefragungen durchführen, an denen Sie aktiv mitwirken können.
Wir informieren Sie über unsere Webseite

Eine weitere Veranstaltung zum Thema plant das EEN-Konsortium Bayern für Mitte Juli 2016 in Brüssel.