BIHK-Präsident Sasse: „Bankrotterklärung der bisherigen Corona-Politik“

Verschleppte Teststrategie verhindert maßvolle Öffnungen / Stimmung auf Gefrierpunkt

 

München (23.03.2021) – Für den Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK) sind die Beschlüsse des Corona-Gipfels von Bund und Ländern enttäuschend. „Die Stimmung in der Wirtschaft ist auf dem Gefrierpunkt. Mit klugen Instrumenten wie einer großangelegten Teststrategie, besserer Kontaktverfolgung und mehr Vertrauen in die Eigenverantwortung der Bevölkerung könnten wir deutlich besser dastehen“, sagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. „Politik ist auch in der Pandemie die Kunst des Möglichen. Dass wir ein Jahr nach dem ersten Lockdown immer noch den Notausgang aus dem Pandemie-Tunnel suchen, kommt einer Bankrotterklärung der Corona-Politik gleich. Die Verschärfungen bis zum Ende der Osterferien sind logische Folge der Fixierung auf Inzidenzwerte und der Plan- und Strategielosigkeit. Das Chaos um die ‚Ruhetagsregelung‘ am Gründonnerstag und Karsamstag komplettiert das Bild“, kritisiert Sasse.


Es bleibe unverständlich, dass trotz der Lösungsvorschläge aus der Wirtschaft noch keine bundesweite Test- und Kontaktverfolgungsstrategie vorliege, um mehr Normalität zu ermöglichen. Für zahlreiche Betriebe, die teilweise seit einem Jahr geschlossen sind, sei eine baldige Öffnung die letzte Chance, um ihr Geschäft und ihre Arbeitsplätze zu retten, unterstreicht Sasse erneut.


Der BIHK stellt die Corona-Einschränkungen nicht generell in Frage, fordert aber eine Neuorientierung der Politik mit dem Ziel kontrollierter Öffnungen unter strikter Kontrolle aller Vorgaben wie Maskenpflicht, Abstandsregeln und Zugang nur mit Negativtest. „Die nun für nach Ostern angekündigten Modellprojekte in bis zu drei bayerischen Städten für Öffnungen nach dem Tübinger Modell sind zu wenig und kommen viel zu spät“, so der BIHK-Präsident.


Als Lichtblick nennt der BIHK-Präsident die Öffnungsperspektiven für den Einzelhandel für „Click&Meet“ für Kunden mit Negativtests auch in Landkreisen mit einem Inzidenzwert zwischen 100 und 200 nach dem 12. April. Für solche Erleichterungen hatten sich die bayerischen Industrie- und Handelskammern eingesetzt.

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