Bayern lockert: Wirtschaft begrüßt weitreichende Erleichterungen

Sasse: „Lang ersehnte Schritte in Richtung Normalität“ / Fokus weiter auf schwankender Inzidenz


München (04.06.2021) – Die Wirtschaft im Freistaat begrüßt die heutigen Beschlüsse der Bayerischen Staatsregierung, die Pandemie-bedingten Einschränkungen weitreichend zu lockern. „Die Entscheidungen des Kabinetts bringen für viele Branchen lang ersehnte Schritte in Richtung Normalität mit sich. Angesichts steigender Impfquoten, sinkender Infektionszahlen und einer Entlastung in den Kliniken war es an der Zeit, dass die Politik endlich die Beschränkungen im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben mit Umsicht zurückfährt“, erklärt Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK).


Das Abrücken der Staatsregierung von Test-basierten Öffnungen sowie der Wegfall von vorherigen Terminvereinbarungen bei einer Inzidenz unter 50 seien gute Zeichen für weite Teile der Wirtschaft, so Sasse. „Die Menschen können von nun an wieder spontaner sein. Davon werden insbesondere der Einzelhandel, die Gastronomie, das Beherbergungsgewerbe, Fitnessstudios und weitere Freizeiteinrichtungen profitieren.“ Der BIHK begrüßt zudem, dass die Innengastronomie wieder öffnen darf und die Sperrstunde erst um Mitternacht beginnt. „Endlich sind die Planungen der Gastronomen in Bayern nicht mehr vom Wetter abhängig und sie können gerade in der anstehenden Sommersaison auf konstante Umsätze hoffen“, sagt der BIHK-Präsident. Eine gute Nachricht sei zudem, dass Freizeitparks, Thermen und Hallenbäder wieder aufsperren dürfen. Dafür hatten sich die bayerischen IHKs im Vorfeld der Kabinettssitzung eingesetzt. Gleiches gilt für die Öffnung von Solarien, die gemäß Eilentscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom gestrigen Donnerstag bereits ab sofort wieder Kunden begrüßen dürfen.


Sasse betont, dass es für Bars, Clubs, Diskotheken und reine Innen-Schankwirtschaften weiter keine Perspektive gibt. „In diesen Branchen herrscht seit über einem Jahr die pure Angst um die wirtschaftliche Existenz. Die Politik muss nicht nur einen Fahrplan vorlegen, wann diese Wirtschaftsbereiche mit guten und sicheren Konzepten wieder öffnen dürfen, sondern die Umsatzeinbußen auch weiterhin über die Corona-Hilfsprogramme finanziell ausgleichen“, fordert der BIHK-Präsident.


Auch wenn in Bayern zukünftig nur noch zwei Inzidenzschwellen (100 und 50) über Verschärfungen beziehungsweise weitere Lockerungen entscheiden, kritisiert Sasse den weiterhin alleinigen Blick der Politik auf die ungenaue und schwankende 7-Tage-Inzidenz. Meldeverzögerungen und Nachmeldungen lassen die Inzidenz über einen rein politisch festgelegten Grenzwert schwappen. Das kann jede Planungssicherheit, die für das Hochfahren bisher geschlossener oder eingeschränkter Geschäfte unerlässlich ist, zerstören. Im Gastgewerbe, bei Reisebüros oder Veranstaltungen aller Art hätte es katastrophale Auswirkungen für die betroffenen Unternehmen und die Reputation Bayerns als Gastgeberland, wenn Gäste nach Buchung oder gar Anreise wieder nach Hause geschickt werden müssen.“


Der BIHK-Präsident weist daraufhin, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer bereits im vergangenen Sommer in kluge und sichere Hygienekonzepte investiert haben, um Personal und Kunden sowie Besucher zu schützen. „Diese Schutzmaßnahmen werden sich auch in den kommenden Wochen und Monaten bewähren. Die Öffnungen sind damit absolut gerechtfertigt.“ Im Interesse der bayerischen Wirtschaft appelliert Sasse trotz der Lockerungen und der greifbaren Normalität die anhaltende Gefahr durch das Virus weiter ernst zu nehmen. „Wir sind auf dem richtigen Weg und die Hoffnung in der Wirtschaft, bald aus dieser Krise herauszukommen, wird jeden Tag größer. Aber wir dürfen unsere Erfolge nicht verspielen. Ansonsten riskieren wir einen neuen Lockdown, den es nicht mehr geben darf.“

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