Bayerische Wirtschaft: Zuwanderung wird immer wichtiger

Praxisnahe Umsetzung des neuen Einwanderungsgesetzes ab 1. März gefordert

 

München (18.02.2020) – Angesichts des nach wie vor großen Fachkräftemangels fordert der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) eine praxisnahe Umsetzung des ab 1. März geltenden Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Laut IHK-Fachkräftemonitor fehlen derzeit fast 300.000 Fachkräfte in Bayern, bis 2030 soll diese Zahl auf 450.000 steigen. Diese Lücke verursacht jährlich Wertschöpfungsverluste in Höhe von zuletzt 23 Milliarden Euro. „Der strukturelle Fachkräftemangel ist ein Dauerthema für die bayerische Wirtschaft und trifft den Mittelstand besonders stark. Endlich bekommen die Betriebe durch das neue Gesetz die Möglichkeit, qualifizierte Mitarbeiter ohne akademische Bildung im Nicht-EU-Ausland anzuwerben“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.


„Der Fachkräftemangel ist aktuell das am häufigsten von den Unternehmen genannte Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Zu Jahresbeginn nannten 53 Prozent der bayerischen Unternehmen den Fachkräftemangel als Problem“, unterstreicht Gößl. „Das inländische Fachkräftepotenzial ist in weiten Teilen Bayerns durch die Vollbeschäftigung praktisch ausgeschöpft. Die Einwanderung von Fachkräften ist absolut notwendig und ein Gewinn für Firmen und die gesamte Volkswirtschaft“, so der BIHK-Hauptgeschäftsführer.


Der BIHK begrüßt deswegen die Einrichtung einer zentralen Servicestelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren in Nürnberg, die heute vom Bayerischen Kabinett beschlossen wurde. „Wichtig sind jetzt effektive Beratungsangebote und optimierte Anwerbe- und Verwaltungsverfahren, damit Betriebe und potenzielle Zuwanderer nicht monate- oder gar jahrelang aufeinander warten müssen. Dazu gehört auch eine einheitliche Behördenpraxis, vor allem bei den Visaverfahren“, betont BIHK-Chef Gößl. In den Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Berufsqualifizierungen spielen auch die IHKs eine wichtige Rolle. Ihre deutschlandweit zentrale Anerkennungsstelle IHK-FOSA ist be-reits seit 2012 ebenfalls in Nürnberg ansässig.


Der Stellenaufbau in Bayern wird bereits zu mehr als der Hälfte von ausländischen Fach-kräften getragen, so die Statistik der Arbeitsagentur. Die Zahl der beschäftigten Ausländer im Freistaat ist in den vergangenen fünf Jahren von 540.000 auf 880.000 gestiegen. Der Ausländeranteil an allen Beschäftigten stieg dadurch von 10,7 auf 15,5 Prozent. Rund 60 Prozent der Beschäftigten ohne deutschen Pass stammen derzeit noch aus EU-Ländern. „Die Zahlen belegen, wie dringend die bayerischen Unternehmen ein reibungslos funktionierendes Fachkräfteeinwanderungsgesetz brauchen“, so der BIHK-Chef.

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