Bayerischer Bauindustrie wird der Kies knapp

Versorgungsengpässe und steigende Preise sorgen für Kostendruck

 

München (19.02.2019) – Die ausreichende Versorgung der bayerischen Wirtschaft mit Rohstoffen zu bezahlbaren Preisen wird immer schwieriger. Zu diesem Ergebnis kommt der Rohstoffreport Bayern 2019 des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK e.V.). In nahezu allen Rohstoffkategorien legten die Preise seit der Umfrage 2015 deutlich zu. Über die Hälfte (51 Prozent) der befragten Unternehmen gab an, dass sich besonders Basismetalle wie Eisen, Aluminium oder Kupfer verteuert haben (2015: 32 Prozent). Auch die Preise heimischer Rohstoffe wie Steine und Erden (Kiese, Sande, Lehme) sind gestiegen. Hier verzeichnete fast jedes dritte Unternehmen (28 Prozent) Preiserhöhungen. Versorgungsengpässe bremsen die Unternehmen zusätzlich aus. Bei Basismetallen kritisiert fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) die Versorgungslage, bei Steinen und Erden mehr als jedes dritte Unternehmen (38 Prozent). Fast jedes fünfte meldete auch bei Industriemineralen wie Steinsalz, Kalisalz oder Feldspat Nachschubprobleme.

 

„Die Rohstoffversorgung der bayerischen Wirtschaft spitzt sich weiter zu. Damit gerät die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unter Druck“, sagt Manfred Gößl, BIHK-Hauptgeschäftsführer. „Umso wichtiger ist für die Unternehmen, dass sie weltweit Zugang zu den Rohstoffmärkten haben und dass sie hier vor Ort auf eine sichere Versorgung mit heimischen Rohstoffen bauen können“, so Gößl weiter.

 

Da Bayern über große Vorkommen an Steinen und Erden verfügt, spielt die heimische Rohstoffgewinnung vor allem für die bayerische Bauwirtschaft eine große Rolle. Damit die Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt, erwarten die Unternehmen mehr Unterstützung von der Politik. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (44 Prozent) fordert weniger Hürden beim Rohstoffabbau. „Bayern braucht mehr denn je eine leistungsfähige Bauwirtschaft. Nur so können die dringend erforderlichen Wohn-, Bau- und Verkehrsprojekte im Freistaat realisiert werden“, betont der BIHK-Hauptgeschäftsführer.

 

Um sich abzusichern setzen viele Unternehmen auf eine optimierte Lagerhaltung (68 Prozent) und den Ausbau ihrer Lieferquellen (63 Prozent). Jedes zweite Unternehmen schließt langfristige Lieferverträge ab (53 Prozent). 17 Prozent der Unternehmen versuchen, den betreffenden Rohstoff zu ersetzen. Große Bedeutung messen die Betriebe auch dem effizienten Umgang mit den Ressourcen bei. Weiterhin fordern sie, dass die Politik die Entwicklung und den Einsatz von Recyclingtechnologien stärken soll.


Da die bayerische Wirtschaft stark in internationale Rohstoffmärkte eingebunden ist, erwarten zwei von drei Unternehmen mehr Engagement der Politik beim Abbau von Handelshemmnissen und für einen gesicherten Zugang zu freien Rohstoffmärkten. Jedes dritte Unternehmen wünscht sich den Ausbau internationaler Rohstoffpartnerschaften.


Der Rohstoffreport Bayern 2019 kann nebenstehend heruntergeladen werden. An der Befragung nahmen rund 800 Unternehmen aus dem Freistaat teil.

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