Basel III-Finalisierung darf Mittelstandsfinanzierung nicht erschweren

München (19.02.2019) - Die bayerischen Kammern und Bankenverbände fordern eine mittelstandsgerechte Umsetzung des vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) finalisierten Regulierungspakets Basel III. Die Finanzierungskonditionen für die Unternehmen dürften durch die vorgeschlagenen Regeln nicht unter Druck geraten, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier. Der europäische Gesetzgeber müsse deshalb bei der Umsetzung die Besonderheiten des deutschen Markts berücksichtigen.

 

Die verlässliche Versorgung mit Bankkrediten ist insbesondere auch in Bayern ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die mittelständische Wirtschaft. „Die langfristige Kreditvergabe verschafft Unternehmen die notwendige Planungssicherheit für ihre Investitionen und ermöglicht Wirtschaftswachstum“, heben Kammern und Verbände in dem Papier hervor. Auswirkungsschätzungen lassen jedoch einen erheblichen Anstieg der Eigenkapitalanforderungen für Unternehmenskredite durch die Basel III-Vorgaben erwarten. Das würde das Potenzial für die Kreditvergabe mindern und die Finanzierungskonditionen für mittelständische Betriebe verteuern.

 

Damit es nicht soweit kommt, haben die bayerischen Kammern und Bankenverbände mehrere Forderungen aufgestellt. Sie treten unter anderem dafür ein, den in der Praxis bewährten „KMU-Faktor“ im Zuge der Basel III-Finalisierung dauerhaft beizubehalten. Dieser Faktor sorgt bislang für eine risikogerechte Eigenkapitalunterlegung von Mittelstandskrediten und stellt somit angemessene Finanzierungskonditionen für kleine und mittlere Betriebe sicher. Außerdem sprechen sich Kammern und Bankenverbände dagegen aus, das sogenannte „Granularitätskriterium“ zu härten. Dies hätte zur Folge, dass kleinere Banken Kredite ab einer bestimmten Größenklasse in Zukunft nur noch zu ungünstigeren Konditionen ausreichen dürften.

 

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag e.V. (BIHK) ist der Dachverband der neun bayerischen IHKs. Der BIHK steht damit für alle 990.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Freistaat.

 

In der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern haben sich die sechs bayerischen Handwerkskammern zusammengeschlossen, um ihre Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft gemeinsam zu vertreten. Die Arbeitsgemeinschaft kümmert sich um die Belange von rund 204.000 Handwerksbetrieben mit insgesamt 940.000 Beschäftigten und gut 71.000 Auszubildenden (Stand 31.12.2018).

 

Der Bayerische Bankenverband e.V. vertritt die Interessen von rund 74 in Bayern tätigen privaten Kreditinstituten. Dazu gehören Großbanken, Regional- und Spezialbanken, Pfandbriefbanken, Privatbankiers und die Niederlassungen ausländischer Banken. Die privaten Banken beschäftigen in Bayern etwa 25.000 Mitarbeiter.

 

Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vertritt seit mehr als 125 Jahren die Interessen bayerischer Genossenschaften. Zu seinen 1.242 Mitgliedern zählen 236 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.006 Unternehmen aus Branchen wie Landwirtschaft, Energie, Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Sie bilden mit rund 50.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Anteilseignern eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand: 31.12.2018)

 

Der Sparkassenverband Bayern (SVB) ist zentraler Dienstleister für die 65 bayerischen Sparkassen und deren Träger. Mit einer addierten Bilanzsumme von fast 212 Milliarden Euro betreiben die bayerischen Sparkassen in allen Teilen des Freistaates Bayern Finanzdienstleistungsgeschäfte mit Schwerpunkt Privatkunden und gewerblicher Mittelstand. Bayernweit sind bei den Sparkassen über 37.000 Angestellte beschäftigt, davon mehr als 2.400 Auszubildende und Trainees (Stand 31.12.2018).

 

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