Umsatzsteuer: Nachweispflichten bleiben Hürde beim EU-Export

Laut einer bayerischen Unternehmerumfrage im November 2014 stellt die Gelangensbestätigung nach wie vor für die bayerische Wirtschaft eine Hürde im EU-Warenverkehr dar. 

 

Hintergrund zur Umfrage

 

Die Gelangensbestätigung und alternative Belegnachweise dienen der Nachweisführung bei umsatzsteuerbefreiten innergemeinschaftlichen Warenlieferungen von Unternehmen in das EU-‎Ausland. Diese Dokumente sollen absichern, dass die Waren tatsächlich im Bestimmungsland ‎angekommen sind. Dies ist eine der Voraussetzungen, die eine umsatzsteuerbefreite innerge‎meinschaftliche Lieferung zu erfüllen hat. 

 

Eckdaten der Umfrage

 

An der Unternehmerumfrage haben sich vom 1. – 16. November 2014 803 bayerische Firmen beteiligt.  Industrieunternehmen stellen mit 60 Prozent die Hauptgruppe der Umfrageteilnehmer dar. Aus dem Bereich Handel kamen 28 Prozent der Rückmeldungen. Viele kleine und mittlere Unternehmen haben an der Umfrage teilgenommen. 61 Prozent der Befragten haben 100 oder weniger Beschäftigte.

 

Erkenntnisse aus der Umfrage

 

Aus den Rückmeldungen der Umfrageteilnehmer ergibt sich ein durchwachsenes Stimmungsbild. Das aktuelle Umfrageergebnis zeigt, dass die Neuregelungen überwiegend zu wesentlichen Schwierigkeiten bei den Unternehmen führen und einen höheren Personalaufwand, höhere Kosten und ein höheres Geschäftsrisiko auslösen. Als wichtige Erleichterung hat sich die – auch auf Betreiben der IHK-Organisation hin – erfolgte Einführung der Alternativnachweise herauskristallisiert, die von über der Hälfte der teilnehmenden Unternehmen genutzt werden.

 

Festzuhalten ist aber, dass für fast die Hälfte der Unternehmen die Neuregelung für den Wirtschaftsstandort Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern aus Wettbewerbsgesichtspunkten nachteilig ist und sie deshalb zu Wettbewerbsverzerrungen führt.

 

Anliegen der bayerischen Wirtschaft

 

Das Ziel muss sein, dass ein exportorientiertes Deutschland gegenüber anderen EU-Staaten wettbewerbsfähig bleibt. Wird an den bestehenden Regelungen festgehalten, sind Politik und Verwaltung in Deutschland aufgefordert, sich für einheitliche Nachweisregelungen auf europäischer Ebene einzusetzen.

 

Die ausführlichen Ergebnisse können Sie nebenstehend abrufen.

DIHK AHK

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