Ausbildung: Chancen für Mittelschüler so groß wie nie

Dramatische Bewerberlücke in Bayern / Im Vorjahr über 10.000 Lehrstellen unbesetzt

 

München – Die bayerische Wirtschaft begrüßt die von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) in Berlin angekündigte Stärkung der Berufsausbildung. „Die Unternehmen in Bayern leiden deutschlandweit besonders stark unter der Bewerberlücke“, sagt Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), in einer Reaktion auf den heute vorgelegten nationalen Berufsbildungsbericht. „Eine Abkehr vom Akademisierungswahn ist schon längst überfällig, damit die betriebliche Ausbildung ihren angestammten und verdienten Stellenwert erhält und die Betriebe wieder mehr Bewerber bekommen“, so der BIHK-Präsident.

 

Wegen des Ansturms auf weiterführende Schulen und Universitäten sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz für Absolventen aller Schularten so groß wie nie, so Sasse weiter. Zu Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres im Herbst 2014 blieben in ganz Bayern mehr als 10.000 Ausbildungsplätze frei. Diesen standen nur noch rund 1.100 unversorgte Bewerber gegenüber, so die Statistik der Arbeitsagentur.

 

Der BIHK-Präsident wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, dass Betriebe eine Bestenauslese betreiben und Mittelschüler deswegen keine Chance auf eine Lehre hätten. „In Bayern kamen im vergangenen Jahr rund 30 Prozent der Ausbildungsanfänger von den Mittelschulen, sie ist damit eine wichtige und unersetzliche Stütze der Ausbildung für unsere Betriebe“, so Sasse. Aus Sicht der Wirtschaft verursacht neben dem Trend zur Akademisierung auch der demografische Wandel die Misere am Ausbildungsmarkt. So ist die jährliche Zahl der Abgänger von Haupt- und Mittelschulen in Bayern seit Beginn der 1980er Jahre um zwei Drittel geschrumpft, von rund 76.000 auf aktuell 26.000.


 

 

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