Die Förderkolumne: Interview mit Dr. Wagenpfeil

Jeden Monat stellen wir Ihnen an dieser Stelle ein Förderprogramm für Innovationen vor. In dieser Ausgabe veröffentlichen wir ein Interview mit Dr. Florian Wagenpfeil vom Innovations- und Technologiezentrum Bayern.

IHK: Herr Dr. Wagenpfeil, wenn Sie einen Fördermittelantrag auf den Schreibtisch bekommen, worauf achten Sie besonders?

Dr. Wagenpfeil: Zunächst muss man vorausschicken, dass ein antragstellendes Unternehmen über die gesamte Antragsphase und bei Erfolg auch während des gesamten Projektes vom Projektträger Bayern – ITZB eng betreut wird. Das Antragsverfahren ist 2-stufig: zunächst beschreibt das Unternehmen das geplante F&E-Projekt in einer Skizze prägnant auf wenigen Seiten. Die Projektskizze wird dann durch den Projektträger begutachtet und dem Bayerischen Wirtschaftsministerium mit einer Empfehlung vorgelegt. Bei übereinstimmend positiver Bewertung des Projekts, stimmt das Wirtschaftsministerium einer Antragstellung zu. Sowohl in der Skizzenphase als auch in der Antragsphase gibt es ausführliche Beratungsgespräche über die relevanten Inhalte. Wir achten daher zunächst auf Vollständigkeit aller Unterlagen, damit ein Antrag als „prüffähig“ eingestuft werden kann, und inhaltlich auf eine detaillierte Darstellung der geplanten Arbeiten sowie des Finanzierungskonzepts.

IHK: Gibt es Dinge, die man als Antragsteller vermeiden sollte, beziehungsweise auf was legen Sie besonderen Wert?

Dr. Wagenpfeil: Man sollte vermeiden, umfangreiche Powerpoint-Präsentationen und Linksammlungen zu schicken, sondern gezielt die Fragen des Projektträgers beantworten. Ganz wesentlich ist insbesondere eine klare Darstellung der technologischen Neuheit in Abgrenzung zum Stand der Technik sowie eine Beschreibung technologischer Risiken, die während der Entwicklung eintreten können.

IHK: Manche Unternehmen haben Angst, dass sie beim Ausfüllen eines Antrags zu viel Fachwissen preisgeben, das sie eigentlich geheim halten wollen. Wo ist hier der richtige Weg?

Dr. Wagenpfeil: Es muss verständlich dargelegt werden, was technologisch neu ist und wie das geplante Projekt umgesetzt werden soll. Die geplanten Arbeitspakete sind detailliert im Antrag zu beschreiben. Insofern muss ein Antragsteller bei Inanspruchnahme öffentlicher Fördergelder seine Projektinhalte dem Projektträger offen legen. Diese Inhalte werden streng vertraulich behandelt. Der Projektträger bietet auch einen verschlüsselten E-Mail-Verkehr an.

IHK: Was können Sie einem an Fördermittel interessierten Unternehmen ganz generell empfehlen?

Dr. Wagenpfeil: Unternehmen sollten vor einem geplanten F&E-Projekt rechtzeitig auf den Projektträger zugehen, um eine Fördermöglichkeit zu diskutieren und den zeitlichen Ablauf für eine Antragstellung einplanen. Ein Projekt darf nicht begonnen werden, bevor ein „prüffähiger“ Antrag beim Projektträger eingereicht wurde, der erst dann den Projektstart mit Datum der Antragstellung genehmigen kann.

Weitere Details erhalten Sie beim Projektträger Bayern:
Innovations- und Technologiezentrum Bayern – ITZB
Web: www.itzb.de
Hotline: 0800 0268724
In der Förderkolumne stellen wir Ihnen in den nächsten Monaten Förderprogramme vor, die Ihnen helfen können, Ihre technologischen Innovationen zu finanzieren.
Ansprechpartner für Förderprogramme:
Urs Weber, Tel. 089-5116-1397