Höhepunkt der Kurzarbeit fast erreicht
Die Kurzarbeit wird in den kommenden Monaten nur marginal zunehmen. Aktuell wird in 26 Prozent der Unternehmen kurz gearbeitet. In den meisten Fällen war nur die Hälfte der Mitarbeiter eines Unternehmens von einer reduzierten Arbeitszeit betroffen. In naher Zukunft planen aber nur noch weitere vier Prozent, dieses Instrument zu nutzen. Dagegen sehen bislang 70 Prozent der bayerischen Unternehmen keinen Anlass zur Kurzarbeit. Das ergab eine aktuelle Umfrage der bayerischen IHKs unter rund 1000 Unternehmen. "Das Ergebnis lässt vermuten, dass die Arbeitslosigkeit nicht so dramatisch ansteigen wird, wie befürchtet", sagte Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, BIHK.
Gleichzeitig bestätigten die Unternehmen, dass sie dank dieser Lösung die Krise ohne größeren Beschäftigungsabbau überstehen werden. Über drei Viertel der Betriebe, in denen kurz gearbeitet wird, gaben an, ihre Mitarbeiter deshalb vollständig oder zumindest größtenteils halten zu können. Rund 20 Prozent glauben, dass sie so nötige Entlassungen nur leicht abfedern können und vier Prozent sagten, dass Beschäftigungsabbau damit nicht zu verhindern sei.
Gut 40 Prozent der betroffenen Unternehmen haben die vorübergehende Auszeit ihrer Mitarbeiter genutzt, um sie weiter zu qualifizieren oder haben dies noch vor. Knapp 30 Prozent haben die Chance nicht genutzt. Sie kritisierten, dass die Arbeitsabläufe nicht mit den zeitlichen Anforderungen der Qualifizierungsprogramme zusammenpassten, weil beispielsweise nur die tägliche Arbeitszeit verkürzt wurde oder kurzfristige Änderungen der Produktion unerlässlich waren. "Einige Unternehmen haben darüber geklagt, dass die Zuschüsse nur sehr schwierig zu erhalten sind und das ganze Antragsverfahren sehr bürokratisch ist", so Driessen. Insgesamt habe aber die Umfrage ganz klar bestätigt, dass die Ausweitung der Kurzarbeit als erfolgreiches Konjunkturprogramm bezeichnet werden könne auch wenn die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten zunehmen dürfte. "Die Kurzarbeit hat immerhin Schlimmeres verhindert", sagte Driessen.