Bayerische IHKs unterstützen Hauptschulinitiative

Wirtschaft startet Training für Schuldirektoren

Die bayerische Wirtschaft setzt nach wie vor auf die Hauptschule und ihre Absolventen. Das betonte Erich Greipl, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, BIHK, anlässlich des Hauptschulkongresses in Ingolstadt. In Bayern seien die Hauptschulen so leistungsfähig wie in kaum einem anderen Bundesland. „Deshalb ist es unserer Meinung nach der absolut falsche Ansatz, reflexartig mit der Abschaffung der Hauptschule auf vorhandene Defizite zu reagieren“ sagte Greipl. Wer die Hauptschule abschaffe, löse nicht die Probleme der Hauptschüler. Ziel müsse vielmehr sein, die Hauptschule als eigenständige, berufsvorbereitende Schule zu erhalten und sie so zu reformieren, dass junge Menschen wieder eine angemessene Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. „Die bayerischen IHKs unterstützen deshalb ausdrücklich die Hauptschulinitiative des Kultusministeriums, die ein wichtiger und richtiger Schritt ist, um die Hauptschule weiterzuentwickeln“, betonte der BIHK-Präsident. Angesichts der Fakten sei es unseriös, die Hauptschule als Restschule abzustempeln. Fast die Hälfte aller Ausbildungsanfänger in Bayern habe einen Hauptschulabschluss. Alleine die 32.000 aktiven IHK-Ausbildungsbetriebe in Bayern stellten jährlich 17.000 Hauptschulabgänger ein.

Allerdings sei es nicht zu verantworten, dass jährlich 11.000 Schülerinnen und Schüler in Bayern die Schule ohne Abschluss verlassen. Auch laufe etwas schief, so Greipl, „wenn die Agenturen für Arbeit in Bayern jährlich 340 Millionen Euro – soviel wie die Baukosten der Allianz Arena – ausgeben müssen, um Jugendliche für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt fit zu machen“. Es könne zudem nicht länger ignoriert werden, dass fast die Hälfte der Unternehmen Schwierigkeiten hat, Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen, weil es immer mehr Schulabgängern an den Grundqualifikationen wie Lesen, Schreiben oder Rechnen mangelt.

Greipl forderte deutliche Veränderungen in der Schulstruktur, Schulausstattung und Schulpolitik. „Die Unterrichtsinhalte müssen sich zunehmend an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen ausrichten und einen starken Praxisbezug aufweisen“, so Greipl. Unverzichtbar sei ein bedarfsorientiertes und qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot.

Weil von Lehrern und insbesondere Schulleitern zunehmend Management- und Führungsqualitäten verlangt werden, hat die Weiterbildungsakademie der IHK München gemeinsam mit der „Stiftung Bildungspakt Bayern“ ein Führungskräftetraining speziell für Berufsschuldirektoren entwickelt. In rund drei Monaten werden Themen wie Führungsverhalten, Teamentwicklung, Konfliktmanagement oder Mitarbeitermotivation geschult. Greipl kündigte an, „das Konzept auch auf andere Schularten und auf Gesamtbayern auszuweiten“.

DIHK AHK

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