Bayerische Wirtschaft will Lehrstellen halten
Angst vor Fachkräftemangel bleibt bestehen
Die derzeitige Krise trifft den bayerischen Ausbildungsmarkt nicht so hart wie befürchtet. Das ergab die aktuelle Ausbildungsumfrage der bayerischen IHKs, an der sich über 2.600 Ausbildungsbetriebe beteiligt haben. Zwar wollen 27 Prozent der Betriebe, und damit drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, weniger Stellen anbieten. Doch in der Summe versuchen drei Viertel der Unternehmen ihre Ausbildungskapazitäten mindestens konstant zu halten oder gar auszubauen. „Das zeigt, dass die Unternehmer genau wissen, wie schwierig es ist, geeigneten Fachkräftenachwuchs zu finden“, sagte Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages. Dieses Problem hat für über 70 Prozent der Betriebe entscheidenden oder merklichen Einfluss auf das Lehrstellenangebot. Die Geschäftserwartungen sind dagegen (59 %) weniger ausschlaggebend.
Insgesamt wollen 59 Prozent der Betriebe auch in der Krise genau soviel ausbilden wie bislang auch. Immerhin noch 14 Prozent, nach 21 Prozent im Vorjahr, planen mehr Ausbildungsstellen. Allerdings wachsen die Schwierigkeiten, für die angebotenen Stellen geeignete Kandidaten zu finden. So konnten 18 Prozent der Betriebe 2008 ihre Plätze nicht besetzen. Hauptursache bleiben mit 60 Prozent ungeeignete Bewerber. Bei gut einem Fünftel der Betriebe trat der Auszubildende seine Stelle nicht an, und 17 Prozent kündigten während der Probezeit.
Immer mehr Unternehmer beklagen die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger und über die Hälfte der befragten Betriebe wünscht sich eine bessere schulische Vorbildung. „Wenn wir dieses Problem nicht lösen, werden sich viele Betriebe wieder aus der Ausbildung zurückziehen“, so der BIHK-Chef.