Umfrage: Es hapert an der Ausbildung

Die mangelnde Ausbildungsreife Jugendlicher wird immer mehr zum Problem. Nach einer Umfrage der bayerischen IHKs (Befragung im Februar 2010) bringen für fast drei Viertel der Unternehmen, die über Ausbildungshemmnisse klagen, die Jugendlichen nicht die nötige Reife für eine betriebliche Lehre mit. Die unsichere wirtschaftliche Lage bremst die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen dagegen weniger als im Vorjahr.

 

58,5 Prozent der bayerischen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung werden laut der Umfrage unter 3.102 Unternehmen die Anzahl ihrer Lehrstellen konstant halten. 16,0 Prozent werden sie sogar steigern, damit liegt dieser Anteil höher als im vergangenen Jahr (14,0%). Der Anteil derjenigen, die weniger Jugendliche ausbilden werden, ist  dagegen von 26,7 auf 25,5 Prozent zurückgegangen. Jedoch wird es für die Unternehmen immer schwieriger, geeignete Kandidaten zu finden. Fast jedes zweite Unternehmen klagt über Ausbildungshemmnisse und für rund drei Viertel von ihnen (72,8 %) bringen die Schulabänger nicht die nötige Ausbildungsreife mit.

 

Ganz besonders hapert es am mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen. 50,2 Prozent der Unternehmen (Vorjahr 50,9%) klagen darüber. Zugenommen haben offensichtlich Probleme mit der Disziplin. Inzwischen klagen 46,7 Prozent nach 43,5 Prozent im Vorjahr darüber. An elementaren Rechenfähigkeiten fehlt es nach Ansicht von 43,4 Prozent der Unternehmen heute vielen Schulabgängern.

 

Die Unternehmen haben selbst Maßnahmen gegen die mangelnde Ausbildungsreife ergriffen. Nach der IHK-Umfrage  bieten 59,9 Prozent der Unternehmen selbst Nachhilfe im Unternehmen an. Weitere Strategien sind die Nutzung ausbildungsbegleitender Hilfen der Agentur für Arbeit, Angebote langfristiger Schülerpraktika oder der Einsatz ehrenamtlicher Mentoren und Paten.

 

Die gesamten Auswertungen der Online-Umfrage für  Bayern finden Sie in der rechten Spalte zum Download.

 Foto: © Klaus-Uwe Gerhardt/ PIXELIO

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