Ausbildungsmarkt: Es fehlt an Bewerben

Die bayerische Wirtschaft hat ihre Zusage im Ausbildungspakt, jedem ausbildungsreifen und ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle zu bieten, auch 2010 und damit zum sechsten Mal in Folge eingehalten. Die bayerischen IHKs haben seit 2004 rund 20.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung für die duale Ausbildung gewinnen können.

 

Zusammen haben sie 35.000 Ausbildungsstellen und fast 22.000 Plätze für Einstiegsqualifikationen angeboten. "Damit hat die bayerische Wirtschaft ihre Zusage im Ausbildungspakt nicht nur eingehalten, sondern teilweise um das Doppelte übertroffen", betonte Hubert Schöffmann, Bildungskoordinator des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), bei der Vorstellung der Bilanz des Ausbildungspaktes.

 

Auch 2010 sei die Wirtschaft auf Kurs, die Zwischenbilanz – die Zusagen müssen bis Ende des Jahres erfüllt sein - laute: über 3.600 neue Ausbildungsbetriebe, 4.500 neue Ausbildungsplätze. "Das Paktziel bezogen auf die Anzahl neuer Ausbildungsbetriebe in Bayern haben wir damit vorzeitig erreicht. Bei den nach Paktdefinition neu geschaffenen Ausbildungs-plätzen, liegen wir Ende Oktober bei einer Realisierungsquote von 75 Prozent und werden bis Ende des Jahres die 100 Prozent erreicht haben", so Schöffmann.

 

Positiv habe sich auch die Anzahl der insgesamt neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge entwickelt. Bis Ende September 2010 unterzeichneten rund 52.000 bayerische Schulabgänger einen Ausbildungsvertrag im Industrie-, Handel-, oder Dienstleistungsbereich. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,6 Prozent. Damit habe sich der Ausbildungsmarkt stabilisiert und von den wirtschaftlichen Turbulenzen des letzten Jahres schneller und deutlicher erholt als erwartet, betonte Schöffmann

 

Die Kehrseite dieser äußerst positiven Entwicklung bereite den Unternehmen und den IHKs zunehmend Sorge. "Jedes fünfte Unternehmen in Bayern konnte 2010 seine freien Ausbildungsplätze nicht besetzen, das sind im IHK -Bereich rund 7.000 Betriebe", warnte der BIHK-Bildungskoordinator. Wiederholt würden Nachvermittlungsaktionen entweder gar nicht stattfinden, oder sie würden mangels Interesse der angeschriebenen und eingeladenen Jugendlichen nicht durchgeführt. "Im Ergebnis führt das schlicht und einfach dazu, dass - wie bereits 2009 - einige tausend Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können", so Schöffmann.

DIHK AHK

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